Geschichte

Im Jahr 1916 begann Alphonse Cappuyns an der Universität von Louvain mit seinen Forschungen zur Zitronensäureherstellung durch die Fermentation von Zucker. Einige Unternehmer sahen diese Entwicklung als Geschäftsmöglichkeit für die lokale Zuckerindustrie. Nach den ersten vielversprechenden Ergebnissen entstand im Jahr 1919 „Les Produits Organiques de Tirlemont“ (P.O.T.).

Die erste Fermentationskammer wurde mit 1.300 kg Zucker gefüllt und mit Citromyces versetzt. Leider waren die ersten Erträge sehr niedrig. Auch nach einigen Verbesserungen konnte der neue Fermentationsprozess nicht mit der Zitronen-Raffinationsindustrie mithalten, die ihren Hauptstandort in Sizilien hatte. Im Oktober 1925 musste P.O.T. die Produktionsaktivitäten einstellen.

Trotz des Rückschlags glaubte Alphonse Cappuyns weiterhin an den möglichen Erfolg seines Ansatzes und begann erneut mit seiner Forschung, diesmal mit einem neuen Mikroorganismus: Aspergillus niger.

Mit diesem zweiten Versuch erzielte er Produktionserträge, die einen industriellen Betrieb rechtfertigten. Im Jahr 1929 startete ein belgisch-italienisches Joint Venture: La Citrique Belge. Das belgische Know-how im Bereich der Fermentation wurde mit dem italienischen Know-how bei der Raffination der Zitronensäure kombiniert.

1947 wurde die Fermentation von Melasse, einem Nebenprodukt der lokalen Zuckerraffinerie, als Ersatz für die Fermentation des deutlich teureren reinen Zuckers eingeführt. Zur selben Zeit verließen die italienischen Joint Venture-Partner das Unternehmen und La Citrique Belge wurde 100 % belgisch.

1977 wurde Citrique Belge Teil des schweizerischen Pharmakonzerns F. Hoffmann La Roche. Zitronensäure war eine Neuheit für das Produktportfolio des führenden Lieferanten von Vitaminen für die Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen weitete seine Produktion auf über 112.000 Tonnen pro Jahr aus und startete ein Joint Venture mit einer chinesischen Anlage in Wuxi.

2003 wurde Citrique Belge an DSM verkauft. Nach einigen Verbesserungen in der Produktionsorganisation und einer Kapitalerhöhung stieg die Produktionskapazität auf 120.000 Tonnen, und die chinesische Anlage wurde geschlossen.

Im Oktober 2010 wurde Citrique Belge Teil der ADCURAM Gruppe. Wichtige Investitionen wurden nicht nur in der Raffinage sondern auch in der Fermentations- und Abwasserbehandlung getätigt.

Ende 2016 wurde Citrique Belge von einer internationalen Gruppe von privaten Investoren, vertreten durch Riflebird Capital, übernommen. Diese privaten Investoren haben alle eine gemeinsame langfristige Vision, profitables Wachstum in bestimmten Industriebetrieben zu schaffen, und zwar durch ein qualitätsgetriebenes operatives Management, eine strategische Ausrichtung und eine enge, dauerhafte Beziehung zu Ihren B2B-Kunden.

Als eigenständige Investition geniesst Citrique Belge nun die Autonomie, weiterhin in Fermentation, Raffinage, Qualität, Produktentwicklung, Vertrieb und Logistik zu investieren, um ein zuverlässiger Lieferant von Zitronensäure und seinen Derivaten auch in den kommenden Jahren zu bleiben – mittels Bereitstellung von excellentem Service, technischer Kompetenz und Qualitätsprodukten.

Nach einigen wichtigen Umstrukturierungen und großen Investitionen in die Modernisierung und Optimierung des Produktionsprozesses ist Citrique Belge heute einer der größten und effizientesten Hersteller von Zitronensäure weltweit.